14. Juli 2026

alliance-earth.org

Medien- und Radioteam

Netzüberlastung: Britanniens größter Bürger-Solarpark wird im Sommer zwangsabgeschaltet

 

Die Energiewende fordert ihr nächstes Opfer – und zeigt die Absurdität der aktuellen Strompolitik. Der größte gemeinschaftliche Solarpark Großbritanniens, das Projekt „Derril Water“ in Nord-Devon, wurde mitten im Sommer vom staatlichen Energie-Netzbetreiber zwangsabgeschaltet. Der Grund: Das Stromnetz ist den Massen an Flatter-Solarstrom nicht gewachsen und droht zu kollabieren. Für die fast 10.000 beteiligten Bürger bedeutet das ein finanzielles Desaster.

Man solle in „grüne Energien“ investieren, heißt es immer wieder, da diese ja so viel Geld einbringen würden. Doch wenn sich schon „Big Money“ wegen anhaltender Verlustgeschäfte sukzessive von solchen Investments zurückzieht, wie soll dann der einfache Bürger damit etwas verdienen? Das jüngste Beispiel ist das gemeinschaftliche Solarpark-Projekt „Derril Water“ in England. Der staatliche Netzbetreiber National Energy System Operator (Neso) ordnete die komplette Abschaltung der Anlage (42 Megawatt) bis voraussichtlich September an. Ausgerechnet in den ertragreichsten Monaten des Jahres darf nun kein Strom fließen.

Man befürchtet seitens des Netzbetreibers, dass die schiere Menge an Solarstrom aus der Region das lokale Netz destabilisiert und eine „thermische Überlastung“ auslöst. Um das System vor dem totalen Kollaps zu bewahren, sah sich der Netzbetreiber National Grid gezwungen, einen wichtigen Großtransformator zu deaktivieren. Dieser würde angesichts solcher Überlastungen nämlich in Flammen aufgehen. Solche Anlagen nutzen oft Hunderte Liter Spezialöl zur Kühlung. Wenn ein Trafo wegen der elektrischen Belastung überhitzt, schmilzt im Inneren die Isolierung. Das führt zu Kurzschlüssen, und das kochende Öl kann explodieren. Trafo-Brände sind verheerend und extrem schwer zu löschen.

Die ganze Tragweite dieses Schildbürgerstreichs zeigt sich beim Blick auf die Finanzierung. Der gesamte Ökostrom-Markt wird durch staatliche Eingriffe und Subventionen künstlich am Leben gehalten. Normale Stromkunden finanzieren dieses Klimawahn-Projekt über versteckte Umlagen und Abgaben („Green Levies“) auf ihren Rechnungen unfreiwillig mit. Zuerst wird der Ausbau der sogenannten „Erneuerbaren“ mit Milliarden gepusht. Wenn die Anlagen dann laufen, muss der Strom abgedreht werden, weil die nötigen Leitungen fehlen. Der Netzausbau für den Flatterstrom ist nämlich extrem teuer und geht deshalb nur langsam voran.

Während große, profitorientierte Windparkbetreiber in Großbritannien für das Abschalten ihrer Anlagen bei Netzüberlastung oft millionenschwere Ausfallentschädigungen („Constraint Payments“) aus Steuergeldern kassieren (was man bei Preisvergleichen der Stromproduktionskosten natürlich gerne unterschlägt), gehen die Bürger bei Derril Water leer aus. Es gibt keinerlei staatliche Entschädigung für den bürgerfinanzierten Solarpark.

Die direkten Leidtragenden dieses Planungschaos sind rund 9.500 Privathaushalte und Kleinunternehmer, die ihr eigenes Geld investiert haben. Insgesamt flossen 20 Millionen Pfund an Bürgerkapital sowie ein Bankkredit über 22 Millionen Pfund in die Anlage. Die Mitglieder der Plattform Ripple Energy wollten damit ihre Stromrechnungen um durchschnittlich 200 Pfund pro Jahr senken. Statt Ersparnissen droht nun jedoch ein veritabler Verlust. Allein in diesem Sommer soll der Einnahmeausfall rund zwei Millionen Pfund betragen, wofür auch keine Versicherung aufkommt. Die Genossenschaft kündigte bereits an, dass Auszahlungen an die Mitglieder auf absehbare Zeit massiv gekürzt oder ganz gestoppt werden.

Dem Netzbetreiber waren die gravierenden Engpässe im Netz von Nord-Devon bereits seit dem Jahr 2023 bekannt. Lokale Initiativen warnen seit Langem vor einem Netzkollaps durch die massenhafte Anbindung neuer Solarparks. Die dringend benötigten und extrem teuren technischen Modernisierungen zur Spannungsregelung sollten eigentlich bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Doch die Maßnahmen verzögerten sich. Die Fertigstellung ist nun für September geplant – praktischerweise zum Ende des Sommers, wenn die Erträge ohnehin drastisch sinken.

Das Projekt stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Ripple Energy ging Anfang 2025 aufgrund explodierender Baukosten pleite. Erst nach einer Notübernahme durch den Versorger 1st Energy konnte der Park im September vergangenen Jahres den Betrieb aufnehmen. Und jetzt kommt mit der Zwangsabschaltung der nächste Schlag in die Magengrube.

 

Netzüberlastung: Britanniens größter Bürger-Solarpark wird im Sommer zwangsabgeschaltet