1871: Ein Freiberger Steiger bricht 86 Meter unter der ältesten Silberader der Stadt in eine Kammer ein, die es dort nicht geben dürfte — behauener Stein, Fugen ohne Klingenspalt, ein Raum, der Jahrhunderte vor der ersten Bergbaukonzession fertiggestellt war. Drei Tage später sind alle drei Schächte mit Beton und Eisentüren versiegelt. Die Akte des Sächsischen Oberbergamts nennt vier Wörter. Das Tagebuch des Ingenieurs, das erst 1976 auftauchte, nennt mehr: ein Werkzeug, das nicht rostet. Gefäße, die durchscheinend sind. Eine Tafel mit einem Zahlensystem, das nach Mesopotamien gehört — nicht nach Sachsen.
