Der aktuelle Telefonspam-Report zeigt einen deutlichen Anstieg betrügerischer Anrufe. Die Täter geben sich als Bankmitarbeiter, Datenschützer oder Energieversorger aus – und verfügen oft bereits über persönliche Daten ihrer Opfer. Welche Nummern besonders häufig auffallen und wie du dich wehren kannst.
Wer in den vergangenen Wochen ungewöhnlich viele dubiose Anrufe erhalten hat, liegt mit seinem Verdacht richtig: Im Juni 2026 ist die Zahl der Spam-Anrufe in Deutschland sprunghaft gestiegen. Die Spam-Erkennungs-App „Clever Dialer“ erfasste insgesamt 626.555 solcher Anrufe – ein Plus von 19,5 Prozent im Vergleich zum Mai. Der sogenannte Spamdruck, also die durchschnittliche Anzahl unerwünschter Anrufe pro Nutzer und Monat, kletterte auf 5,67 und lag damit 16,6 Prozent über dem Vormonatswert.
Zahlreiche Anrufer gaben sich als Mitarbeitende von Verbraucherschutzstellen, Datenschutzbehörden, Banken oder Energieversorgern aus. In vielen Fällen kannten die Betrüger bereits persönliche Informationen wie Namen, Geburtsdaten oder Adressen und wirkten dadurch besonders überzeugend.
Das Ziel ist stets dasselbe: Vertrauen erschleichen, Druck aufbauen und sensible Daten wie Bankverbindungen oder Zählernummern abgreifen.
Die meistgemeldeten Spam-Nummern im Juni
Der Report listet zehn Rufnummern auf, die im Juni besonders häufig gemeldet und blockiert wurden. Auffällig dabei ist: Gleich sechs davon stammen aus einem einzigen Düsseldorfer Nummernblock.
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Zu einer Festnetznummer aus Hamburg (040299961730) berichtet ein App-User: „Anrufer gab sich diesmal als Mitarbeiter der SWB (Stadtwerke Bonn) aus und wollte Zählernummer wissen/abgleichen. Die SWB hat keine Außenstelle und auch keine Telefonzentrale in Hamburg.“
Betrüger einer Festnetznummer aus Düsseldorf (021195589348) schüchtern die Angerufenen systematisch ein. „Kündigung Gewinnspiel, drohen mit hohen Rechnungen, die angeblich bezahlt werden müssen, weil man ein Abo nicht rechtzeitig gekündigt hätte. Habe nie an sowas teilgenommen“, berichtet ein Nutzer.
Besonders Besorgnis erregend waren für User der App unter anderem die Anrufe der 021195588725, einer Festnetznummer aus Düsseldorf. Denn hier kannten die Anrufer persönliche Daten. „Leider kannten sie meinen vollständigen Vor- und Nachnamen, mein Geburtsdatum und meine Anschrift von vor zwölf Jahren. Anscheinend ist alles, was sie haben wollen, die IBAN“, berichtet ein User.
Number Cycling: Betrüger verwischen ihre Spuren
Eine Schlüsselrolle bei den organisierten Spam-Kampagnen spielt das sogenannte Number Cycling. Dabei nutzen die Täter ganze Rufnummernblöcke und variieren lediglich die Endziffern – so bleiben sie länger unentdeckt und umgehen einfache Sperren einzelner Nummern.
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So schützt du dich vor Telefonspam
Die Bundesnetzagentur rät Verbraucherinnen und Verbrauchern zu mehreren konkreten Maßnahmen, um sich vor solchen Anrufen zu schützen:
- Nicht sofort zurückrufen, wenn ein Anruf von einer unbekannten Nummer eingeht.
- Keine persönlichen Daten preisgeben – weder Adresse, Geburtsdatum, Zählerstand noch Kontodaten. Auch einen sogenannten „Datenabgleich“ sollte man ablehnen.
- Fragen niemals mit „Ja“ beantworten, da Betrüger Gesprächsmitschnitte manipulieren und daraus einen angeblichen Vertragsschluss konstruieren können (sogenanntes „Taping“).
- Rückfragen stellen: Name des Anrufers und des auftraggebenden Unternehmens erfragen und notieren.
- Technische Sperren einrichten: Die meisten Telefone und Router ermöglichen es, bestimmte Rufnummern oder alle anonymen Anrufe zu blockieren. Beim Telekommunikationsanbieter lässt sich zudem die Funktion Anonymous Call Rejection (ACR) aktivieren, die sämtliche Anrufe mit unterdrückter Nummer abweist.
- Datenauskunft einfordern: Nach Art. 15 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) können Betroffene vom anrufenden Unternehmen verlangen, offenzulegen, woher es die persönlichen Daten hat. Zudem kann man die Speicherung der eigenen Daten jederzeit widerrufen.
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Wo du Spam-Nummern melden kannst
Wer einen unerlaubten Werbeanruf erhalten hat, kann diesen bei der Bundesnetzagentur melden. Die Behörde stellt dafür ein Online-Beschwerdeformular bereit. Wichtig für die Ermittlungen: Betroffene sollten sich bereits während des Gesprächs den Namen des Anrufers, das beworbene Produkt, das Unternehmen, Datum und Uhrzeit sowie die angezeigte Rufnummer notieren. Auch Screenshots der Anrufliste oder Router-Protokolle können hilfreich sein. (red)
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https://www.gmx.net/magazine/ratgeber/finanzen-verbraucher/spam-nummern-schirm-42475402
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